Freitag, 7. Oktober 2016

der elbhang in weißen wolken, die zerfasert, zerissen, in fetzen vom wind getrieben an seinem rauhen laub-fell hängen bleiben
später am nachmittag kriechen ihre schatten als große flecken über seinen grünen rücken 

Dienstag, 4. Oktober 2016

am mittag fällt der schatten der hohen bäume auf den grund des zwingerteichs, liegt dort groß und dunkel und ohne tiefe
das wasser darüber ist von ihm unberührt, durchlässig für das licht und beweglich, seine oberfläche zittert und spielt mit dem wind

Donnerstag, 15. September 2016

die ruhe nach dem schwimmen meine haut die schöne köstliche grenze zur welt

Samstag, 27. August 2016

eiger, mönch und jungfrau
am abend kann ich zusehen wie das licht auf den bergen schmilzt
die landschaften davor: zonen der ferne, graustufen, nuancen von violett

Freitag, 26. August 2016

im fluss schwimmen, mich mitnehmen lassen
ich denke: es ist die sprache, die die differenz markiert
aare
die farbe dieses flusses grenzt in meinen augen an ein wunder

Sonntag, 21. August 2016

sonntagmorgen, worb in der nähe von bern, ich sitze auf den stufen vor der eishalle, links von mir das freibad, ich sehe davon beckenrand und sprungturm aus beton, ein paar in badesachen, vor mir, hinter einer niedrigen buchenhecke, ein flacher, schmaler bach, auf beiden seiten gesäumt von hecken und gesichert durch geländer, ist er nur noch zu hören
ich denke,  es ist wie es ist, kinder spielen, beobachtet von ihren eltern, die sitzen, reden und warten, dass das eishockeyspiel ihrer kinder in der halle beginnt

in der cafeteria von schwimmbad und eishalle laufen auf mehreren monitoren die olympischen spiele, fußball, ein spiel zwischen brasilien und deutschland, elfmeterschießen, alle sehen auf die bilder, ein großvater erklärt seinem enkel, was passiert,  obwohl kaum jemand sonst einen laut von sich gibt, ist zu spüren, dass die sympathie nicht bei den deutschen spielern ist, und als die brasilianer gewinnen, schwingt zufriedenheit im raum

später beim spiel in der halle geht es lauter zu, und ich bin zwischen den angespannt gestikulierenden eltern des hc wisle nahe daran mit ihnen zu rufen: hopp wisle!
bern
ich drehe den schlüssel im schloss, ich wende mich um und stehe mitten in der fremden, schönen,  lebendigen stadt, hinter mir ihr gedächtnis, die chroniken und bücher im depot, gut gekühlt, ihrer hitze nicht ausgesetzt
ich habe zugang, ich bin in kontakt, aber es ist nicht meine geschichte, ich bin in ihr inneres hinein gefallen und nur ich weiss es