Dienstag, 9. Oktober 2018

im großen garten am morgen liegt eine weiße nebelbank über der wiese, darin sehr klein, sehr fern eine frau, deren seltsame bewegungen mir auffallen, so dass ich genauer hinsehe
sie beugt sich nach unten und taucht ihre hände in das gras, streift mit einer ausladenden bewegung hindurch und dann mit beiden händen über ihr gesicht, wobei sie sich aufrichtet und ein stück geht
sich nach vorn beugt, wieder und wieder, sie wäscht sich mit tau, sie greift in den nebel und verschlingt ihn

Freitag, 14. September 2018


Montag, 10. September 2018


für ein paar minuten auf die unendlichkeit zuschwimmen
ringsum das wasser, seine gekräuselte schimmernde oberfläche, das leichte schwingen, riesig maßlos ohne ende, ich schwinde und schrumpfe darin, ein winziger augenblick in der ewigkeit, das graublaue element ein formloses gleitendes ganzes, 
formlos aber gefasst, denke ich als ich mich umdrehe und zum strand sehe, sofort in das vertraute maß zurückfinde

Mittwoch, 5. September 2018

ich öffne die tür zum waschraum, dort steht eine junge frau über das waschbecken gebeugt und schaut mich erschrocken aus großen augen an, meine begrüßung erwidert sie nicht, sie wäscht ihre hände unter dem wasserstrahl, 
ich gehe mit meinem pinsel und der seife an das zweite waschbecken daneben, und während das wasser die farbe aus dem pinsel spült, sehe ich, wie sie neben mir ihre fingerkuppen reibt, sie reagiert auf meinen blick und greift nach dem wasserhahn, dann entschließt sie sich zu einem lächeln und stellt sich den strahl wieder ein, 
eine weile stehen wir so nebeneinander, gleichzeitig, in das einseifen und ausspülen vertieft

Dienstag, 4. September 2018


Samstag, 11. August 2018

nach dem schwimmen im freibad liege ich auf den heißen steinstufen in der nachmittagssonne, rufe, schreie, nahe und ferne stimmen, mitten darin bin ich eine insel aus stille

Dienstag, 7. August 2018