Mittwoch, 27. Januar 2016

am abend mit beginn der dämmerung im schwindenden licht die langsame bewegung des flusses, mir entgegen, neben mir, an mir vorbei, und der flug der vögel, weiss und schneller als er, so dicht über seiner oberfläche, dass sie ihn fast berühren, dass sie wie schaum sind, vom schnellen wind erfasst und getrieben
an den ufern schwarze krähen, die regungslos dort hocken, viele kleine dunkle löcher im fahlen grün der wiese

Donnerstag, 21. Januar 2016

in der nacht ist viel schnee gefallen, auf dem weißen grund sieht der wald auf dem elbhang gegenüber nur noch aus wie ein zarter flaum
der weiße schnee macht, dass die formen brüchig werden, sich öffnen, zerfallen, sie sind hingeworfene zeichen, striche, pinselzüge, grafische strukturen auf papier, 
ein fließendes gleichgewicht aus zeichen und grund
gerade noch gerade noch nicht

at night a lot of snow has fallen, on the white ground the forest on the elbe hillside opposite looks just like a delicate fluff
it is the white snow that makes shapes fragile, become opened, dissolve, they are thrown signs, strokes, grafical structures on paper,
a flowing balance between sign and ground
just barely just not yet

Mittwoch, 20. Januar 2016

als ich am mittag aus dem haus gehe ist der weg unter der dünnen schicht frisch gefallenen schnees vereist, spiegelglatt, ich rutsche plötzlich, drehe mich, stürze, falle in den schnee, ich fühle mit meinen warmen händen, dass er weich ist, fein und leicht, etwas unendlich zartes, fedriges, 
es ist als hätte ich das gefieder eines vogels berührt

when i leave the house at noon the way is iced up under the freshly fallen snow, smooth as a mirror, i slide suddenly, turn, fall within the snow, i feel with my warm hands that it is soft, fine and light, something infinitely tender, feathery,
it is as if i had touched the feathers of a bird

Mittwoch, 6. Januar 2016

im atelier lege ich eine zweite struktur über die erste, beim zeichnen denke ich an musik, einen kanon zu singen, eine stimme zu halten, nur dieser einzelnen linie zu folgen, während der raum sich füllt mit klang

in the studio i place a second structure on the first, while drawing i think of music, to sing a canon, to hold one voice, to follow only this single line, during the space fills with sound

Montag, 4. Januar 2016

schnee in winzigen feinen teilchen vom wind getrieben wie atemwolken in der winterluft 
gedehnt die stunde zwischen tag und dunkel das licht verfängt sich 
im weiß an dichte zunehmend blau

Montag, 28. Dezember 2015

gegenüber
ich sehe aus den großen fenstern meines raumes über die häuser auf den elbhang, sehe seine farben und seine struktur in den tages- und jahreszeiten sich wandeln, und ich weiß, dass der fluss vor ihm liegt, zwischen mir und dem bewaldeten hang von rechts nach links durch das bild fließt
ich erklimme den hang an einer unwegsamen stelle, einem verfallenen und zugewucherten aufstieg, während ich dabei warm werde nimmt die freude auf den moment zu, in dem ich oben auf der kuppe ankomme, dann bin ich unter den bäumen inmitten von licht, ich sehe zwischen dem geäst der alten, aber kleinen, verwachsenen eichen hindurch auf den fluss, die stadt und das gebirge in der ferne

Sonntag, 27. Dezember 2015


Sonntag, 20. Dezember 2015